Kükelhaus-Schaukel als temporäre Seilbaute

Schaukeln ist eine einzigartige, ganzkörperliche Pendelerfahrung. In ihr wird das unweigerliche, unaufhaltsame Hin und Her, das Auf und Ab, sowie das Steigen und Fallen erfahren. „Der Wechselrhythmus wird in vollen Zügen genossen“.
Die Kükelhaus-Schaukel ist durch zwei parallele, an den Schaukeln aufgehängte Seile, miteinander verbunden. Den gewünschten Effekt erreichen diejenigen, die sich aufeinander einstimmen oder besser einschwingen, indem sie den Wechsel des mal Aktiveren und mal Passiveren akzeptieren, d.h. beachten,  und ihre Schwingkraft den Möglichkeiten des Gerätes angleichen. Gleichzeitig kann eine universale Gesetzlichkeit gefühlt werden: Gegensätze wirken zueinander, bedingen sich und befinden sich in einem permanenten Wechselspiel. Kein Pol könnte ohne seine gegensätzliche Entsprechung sein. (1)

Bau als temporäre Seilbaute

Während unseres Fresh up-Tages für die temporären Seilbautenkonstrukteur_innen habe ich den Teilnehmenden das Prinzip der Kükelhaus-Schaukel vorgestellt. Die Umsetzung haben die Teilnehmenden selbst ersonnen.

Der Materialeinsatz ist überschaubar. Es werden 4 Bäume benötigt, die ungefähr in einem Rechteck zueinander stehen. Die Schaukelkonstruktion kann mit vier bzw. acht Industrieschlingen, vier Karabinern und ein bzw. zwei Seilen erstellt werden. Für den Schaukelsitz wurden hier lediglich Feuerwehrschlauchstücke genutzt.

Möchtest Du in deiner Einrichtung (Kindergarten, Schule, Jugendhaus, Bildungsstätte etc.) lernen, wie diese und weitere Seilbauten erstellt und betreut werden, wende dich an uns. KOMM.aktiv bildet in Inhouse-Schulungen dich und dein Team weiter.

Wer war Hugo Kükelhaus?

Er lebte von 1900 – 1984, seit 1954 bis zu seinem Tod in Soest. Obwohl er nach dem Abitur „keinen Beruf haben wollte“, wurde er zunächst Tischlermeister. Er studierte Soziologie, Philosophie und Logik und wirkte in verschiedenen Berufsfeldern, z.B. in der Rehabilitation körperbehinderter Verwundeter im 2. Weltkrieg, als Lehrer an der Werkschule in Münster, als Grafiker, Plastiker und Farbglasfenster- und Mosaikbildner. Er verfasste Bücher und Aufsätze und zog bei Vorträgen viele Zuhörer in seinen Bann. Anfang der 60er Jahre konstruierte Kükelhaus 32 Spielgeräte für Schulen der Stadt Dortmund. Dieses „Naturkundliche Spielwerk“ sollte Schülern bestimmte Lernprozesse durch körperlichen Spielumgang erfahrbar machen. Ein Teil des Geräteprogramms wurde auf der EXPO 1967 in Montreal vorgeführt. Heute heißt das „Spielwerk“ von damals „Erfahrungsfeld zur Entfaltung der Sinne“.(2)

Zertifizierte ERCA Ausbildungsstelle

KOMM.aktiv ist sowohl zertifizierte Ausbildungsstelle der European Ropes Course Association (ERCA) als auch des Bundesverbandes Individual- und Erlebnispädagogik. Wir bieten Einrichtungen aus Schule und Jugendarbeit etc. erlebnispädagogische Inhouseschulungen an.


KOMM.aktiv ist zertifizierte Ausbildungsstelle für die ERCA und den Bundesverband Individual- und Erlebnispädagogik.

(1) Mara Dittmann (Hrsg.): Entfaltung aller Sinne. Projektbuch für den Kindergarten. Weinheim 1997

(2) zit. nach Dederich, M.: Erleben – Erfahren – Begreifen. Hugo Kükelhaus als Wegbereiter der modernen Erlebnispädagogik. Verlag Edition Erlebnispädagogik (Lüneburg)